Gesundheitsschutz bei Tropenhitze

Dämmung und Massivbauweise wirken wie natürliche Klimaanlagen.

Wir erlebten heuer den wärmsten Juni seit dem Beginn der Wetteraufzeichnung in Österreich und sogar weltweit. Ein Hitzerekord jagt den nächsten und dabei hat dieser Sommer erst begonnen, die sprichwörtlichen Hundstage stehen uns noch bevor. Sommerliche Hitzeperioden sind ein Gesundheitsrisiko, besonders gefährdet sind ältere, junge und pflegebedürftige Personen. 2018 wurden in Österreich laut Gesundheitsagentur Ages 766 Hitzetote gezählt, doppelt so viele, wie es im selben Jahr österreichweit Verkehrstote gab. Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz!

Hitzewellen sind laut Meteorologen ein natürliches Phänomen. Der Klimawandel macht sich aber in unseren Breiten immer stärker bemerkbar: seit dem Jahr 2000 kommt es nachweislich zu einem Anstieg der Durchschnittstemperatur und zu immer mehr Hitzewellen - die gesundheitlichen Belastungen nehmen massiv zu. Immer öfter stellt sich daher die Frage: "Wie kann ich mein Haus umweltfreundlich und kostengünstig kühl halten?"

Dämmen und Speichermasse - die natürliche Klimaanlage
Die wichtigsten Maßnahmen zum nachhaltigen und umweltfreundlichen Erreichen einer angenehmen Raumtemperatur sind eine möglichst massive Bauweise und effiziente Wärmedämmung. Massiv gedämmte Wände dienen als Hitzeschild, unterstützen den Kühleffekt und sorgen für konstantere Raumtemperaturen. Im Viva Forschungspark von Baumit werden seit dreieinhalb Jahren die Außen- und Innentemperaturen in mittlerweile 12 unterschiedlichen Forschungshäusern gemessen und aufgezeichnet. Die Ergebnisse sind eindeutig: Dämmung schützt vor sommerlicher Überwärmung in Innenräumen. Auch bei Hitzewellen mit Außentemperaturen von bis zu 36 °C im Schatten lagen die Innenraumtemperaturen in gedämmten Massivhäusern um 24 °C - im ungedämmten Massivhaus war es mit über 30 °C hingegen tropisch warm. Fazit: eine massive Wandkonstruktion mit effizienter Fassadendämmung sorgt - wie eine Klimaanlage - für niedrigere Raumtemperaturen, und das ohne zusätzlichen Energieaufwand.

Hitzeschutz ist Gesundheitsschutz
"Bei einer Hitzewelle kommt es vor allem in dicht verbauten Stadtteilen ohne Grün, den sogenannten 'Heat Islands', teils zu starken Überwärmungen in Innenräumen. Diese extremen Hitzebelastungen setzen älteren Menschen besonders zu", so OA Assoz.-Prof. DI Dr. Hans-Peter Hutter vom Department für Umwelthygiene und Umweltmedizin, MedUni Wien. "Da Gebäude mit ausreichender Speichermasse deutlich länger kühl bleiben, können massive Wände neben einer guten Dämmung dazu beitragen, dass nicht nur das Wohlbefinden gesteigert wird, sondern auch hitzebedingte Erkrankungen wie z. B. Hitzekollaps, Hitzeerschöpfung oder Hitzekrämpfe verringert werden können."