Beim Verlegen von Pflastersteinen geht man am besten Schritt für Schritt vor. Bevor es ans Pflastern geht, entscheidet man sich für die passende Bauweise. Dabei unterscheidet man zwischen gebundener Bauweise, wo die Materialien einen festen Pflasterverbund ergeben und der ungebundenen Bauweise, wo die Pflastersteine in ein Sand- bzw. Splittbett gelegt und mit Fugensand verfugt werden. Daneben gibt es noch die gemischte Bauweise. Nach der Wahl der Bauweise geht es ans Pflastern: Fläche vorbereiten, Steine verlegen, Fläche verfugen, Fläche reinigen. In diesem Artikel bekommen Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Verlegen von Pflastersteinen in Ihrem Garten.
Inhalt
Schritt 1: Wahl der passenden Bauweise
Die ungebundene Bauweise ist am häufigsten
Viele Vorteile mit der ungebundenen Bauweise
Nachteile der ungebundenen Bauweise
Die gebundene Bauweise ist im Vormarsch
Vorteile der gebundenen Bauweise
Nachteile der gebundenen Bauweise
Vergleich gebundene und ungebundene Bauweise
Schritt 2: Fläche für das Pflastern vorbereiten
Fläche für ungebundene Bauweise vorbereiten
Fläche für gebundene Bauweise vorbereiten
Schritt 3: Pflastersteine verlegen
Verlegung der Pflastersteine in ungebundener Bauweise
Verlegung der Pflastersteine in gebundener Bauweise
Mörtel für kraftschlüssiges Verkleben bei gebundener Bauweise
Schritt 4: Pflastersteine verfugen Fugensand für ungebundene Pflasterung
Fugenmörtel zum Einschlämmen
Die schnelle Art zu verfugen
Schritt 5: Fläche nach dem Pflastern reinigen
Fazit und Zusammenfassung
Schritt 1: Wahl der passenden Bauweise beim Pflastern: gebunden, ungebunden oder gemischt?
Die Wahl der richtigen Bauweise hängt von vielen Faktoren ab: Aussehen, Belastbarkeit und die Art der gewünschten Steine oder Platten spielen hier eine wesentliche Rolle. Aber auch, wie die Pflasterung dann genutzt werden soll. Wir beschäftigen uns in diesem Artikel mit der gebundenen und der ungebundenen Bauweise.
Die ungebundene Bauweise ist am häufigsten
Die ungebundene Bauweise wird auch Regel- oder Standardbauweise genannt. Wie der Name schon sagt, wird hier nichts fix verbunden. Es wird ein Bett aus Splitt vorbereitet, Pflaster darauf verlegt und Fugensand eingekehrt. Danach wird die Fläche abgerüttelt, nochmals mit Fugensand verfüllt, besenrein gefegt und mit Wasser gereinigt. Die Pflasterung kann sofort begangen und befahren werden.

Viele Vorteile mit der ungebundenen Bauweise
Die ungebundene Bauweise macht den Austausch einer beschädigten Pflasterplatte zu einem späteren Zeitpunkt wesentlich einfacher, weil die gesamte Konstruktion flexibel und elastisch ist. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Befahrbarkeit nach der Fertigstellung. Apropos Befahrbarkeit, eine Pflasterung in ungebundener Bauweise ist auch belastbar.

Nachteile der ungebundenen Bauweise
Da der Fugensand bei der ungebundenen Bauweise nur eingekehrt und mit Wasser beregnet wird, kann er auch wieder herausgewaschen werden (z.B. durch heftige Regengüsse). Es kann auch sein, dass Fugenbewuchs mit Unkraut entsteht, allerdings nur gering. Bei extremer Belastung sind auch Spurrinnen möglich.

Vorteile der gebundenen Bauweise
Eine Pflasterung in gebundener Bauweise ist sehr stark belastbar. Allerdings müssen hier auch Bewegungsfugen mitangelegt werden. Die kraftschlüssige Verbindung verhindert den Bewuchs mit Unkraut sowie ein Auswaschen der Fugen.
Ungebundene Bauweise | Gebundene Bauweise | |
Aufbau | Pflastersteine werden in eine Bettung aus Splitt oder Sand verlegt und mit Fugensand verfugt. | Pflastersteine werden in eine Mörtelbettung verlegt und mit Fugenmörtel verfugt. |
Belastbarkeit | Für die meisten Gartenwege, Terrassen und Einfahrten ausreichend belastbar. | Sehr hohe Belastbarkeit, auch für stark beanspruchte Flächen geeignet. |
Flexibilität | Hohe Elastizität, Bewegungen des Untergrundes können besser aufgenommen werden. | Starre Konstruktion, Bewegungen können zu Spannungen führen. |
Versicherungsfähigkeit | Sehr gute Wasserableitung und Versicherung. | Geringe Versickerungswirkung. |
Verarbeitung | Einfacher und schneller herzustellen. | Aufwendigerer Aufbau und höhere Anforderungen an die Ausführung. |
Nutzbarkeit nach Fertigstellung | Sofort begeh- und befahrbar. | Abhängig von den Abbindezeiten der Mörtelprodukte. |
Austausch einzelner Steine | Einfach möglich. | Deutlich aufwendiger. |
Pflegeaufwand | Regelmäßiges Nachfüllen von Fugensand kann erforderlich sein. | Fugen bleiben dauerhaft stabil. |
Unkrautbildung | Gering möglich, insbesondere bei ausgewaschenen Fugen. | Durch den festen Fugenverbund stark reduziert. |
Kosten | Günstigere Herstellung und Instandhaltung. | Höhere Herstell- und Sanierungskosten. |
Kurzfazit Vergleich gebundene und ungebundene Bauweise
Ungebundene Pflasterungen sind die Standardlösung für die meisten Garten- und Hausumgebungen, da sie wirtschaftlich, flexibel und einfach instand zu halten sind. Gebundene Pflasterungen eignen sich besonders für hochwertige oder stark belastete Flächen, bei denen dauerhafte Fugenstabilität und ein gepflegtes Erscheinungsbild im Vordergrund stehen.
Schritt 2: Fläche für das Pflastern vorbereiten
Ist die Wahl der passenden Bauweise gefallen, ist der nächste Schritt, die Fläche für die Verlegung der Pflastersteine vorzubereiten. Dabei gibt es Unterschiede je nach Bauweise.
Man unterscheidet im Aufbau zwischen Oberbau, Unterbau, Unterbauplanum, untere Tragschicht, obere Tragschicht. Klingt kompliziert? Ist es nicht. Die folgende Abbildung macht es einfach.

Oberbau: unterschiedliche Trag- und Deckschichten, abhängig von der gewünschten Belastung und der Art der Bauweise.
Unterbau: Der Unterbau besteht aus Schüttgut welches lagenweise eingebaut und verdichtet wird.
Bettung: Es wird zwischen ungebundenem und gebundenem Bettungsmaterial unterschieden. Die Einbaustärke liegt im Regelfall zwischen 3 und 6 cm. Das Bettungsmaterial muss kapillarbrechend und wasserdurchlässig sein, um Staunässe zu verhindern.
Obere Tragschicht: Diese Schicht ist für die Tragfähigkeit verantwortlich. Unterschieden wird in Tragschichten ohne Bindemittel (ungebunden) und Tragschichten mit Bindemitteln (gebunden).
Untere Tragschicht: Die ungebundene untere Tragschicht hat die Aufgabe als kapillarbrechende Schicht das Aufsteigen von Wasser aus dem Untergrund zu verhindern. Je nach Gegebenheit der Fläche wird das Verteilen des Materials händisch mit Rechen und Schaufel oder maschinell vorgenommen. Die Verdichtung erfolgt mittels Rüttelplatte oder Walze.
Unterbauplanum: Der Sinn des Unterbauplanums ist, den aufgelockerten Boden, der durch den Abtrag entstanden ist, profilgerecht abzugleichen und zu verdichten. Die Neigung zur Ableitung des Oberflächenwassers muss mindestens die gleiche Querneigung wie die Pflasterdecke aufweisen.
Fläche für die ungebundene Bauweise vorbereiten
Für die Vorbereitung der zu pflasternden Fläche in ungebundener Bauweise sind folgen Schritte zu beachten:
- Oberboden und nicht tragfähige Schichten entfernen.
- Boden profilgerecht abziehen und verdichten.
- Gefälle von mindestens 2 % für die Entwässerung einplanen.
- Frostsicheres, kapillarbrechendes Material lagenweise einbauen und verdichten.
- ungebundene Tragschicht aus gebrochenem Gesteinsmaterial einbringen und verdichten.
- Bettung aus Splitt (ohne Bindemittel) in der Regel 3 – 6 cm herstellen.
Fläche für die gebundene Bauweise vorbereiten
Für die Vorbereitung der Pflasterfläche bei der gebundenen Bauweise geht man schrittweise so vor:
- Oberboden und nicht tragfähige Schichten entfernen.
- Boden profilgerecht abziehen und verdichten.
- Gefälle von mindestens 2 % für die Oberflächenentwässerung einplanen.
- Frostsicheres, kapillarbrechendes Material lagenweise einbauen und verdichten.
- Bei gebundener Bauweise häufig als wasserdurchlässiger Drainbeton oder gebundene Tragschicht ausgeführt.
- Drainagemörtel (z. B. PflasterDrainmörtel) im Regelfall 3 – 6cm aufbringen.
Verlegung der Pflastersteine in gebundener Bauweise
Bei der Verlegung in gebundener Bauweise werden die Pflastersteine in die Mörtelbettung gesetzt, der Drainagemörtel wird dadurch verdichtet. Bei Pflasterplatten wird auf der Unterseite der Platten ein Klebemörtel (z.B. Baumit FlexSteinkleber Weiss S1) aufgebracht.
Mörtel für kraftschlüssiges Verkleben bei der gebundenen Bauweise
Baumit Bettungsmörtel ist kapillarbrechend, wasserdurchlässig und frostbeständig. Als Bettungsmörtel für Pflastersteine und -platten besticht er außerdem durch seine einfache Verarbeitung. Mit dem Baumit FlexSteinKleber Weiß S1 werden die Pflasterplatten kraftschlüssig verklebt.
Schritt 4: Pflastersteine verfugen
Bei der gebundenen Bauweise wird der Fugenmörtel mit Wasser angemischt und in Schlämmtechnik eingebracht. Die optimale Verteilung des Baumit PflasterFugenmörtels und der volle Fugenverschluß werden am besten mit einem Gummischieber erreicht. Nach dem Ansteifen des Mörtels wird die Oberfläche mit einem Schwammbrett oder einer Schwammputzmaschine gereinigt.
Bei der ungebundenen Bauweise wird der Fugensand händisch mit einem Besen eingekehrt.
Fugensand für die ungebundene Pflasterung, der sich leicht verarbeiten lässt
Besonders für Gehwege eignet sich Baumit NaturFuge GK 1. Der Fugensand ist ideal für leicht beanspruchte Verkehrsflächen mit natürlich bindigen und verkittenden Beimischungen. Er wird als Fugenverschluss für Pflasterstein in ungebundener Bettung auf Sand oder Splitt verwendet und ist bewuchshemmend.
Fugenmörtel zum Einschlämmen und als Lösung für Randsteine
Baumit PflasterFugenmörtel ist ein werksgemischter, hoch fließender Trockenmörtel, der sich zum Einschlämmen von Pflastersteinen und-platten ab einer Fugenbreite von 5 mm eignet. Er überzeugt durch seine Frost- und Tausalzbeständigkeit. Baumit RandsteinFugenmörtel wiederum ist ein standfester Spezialfugenmörtel, der ideal für die Verfugung von Randsteinen und Leistensteinen ist.
Die schnelle Art zum Verfugen von Pflastersteinen
Zur Produktreihe der NixMix-Technologie gehört auch die Baumit NixMix SpeedFuge für schnelles Verfugen. Der praktische Fertigmörtel wird ohne Anmischen eingekehrt und bewässert. Ganz einfach mit der Gießkanne.
Schritt 5: Fläche nach dem Pflastern reinigen
Nach dem Verfugen wird die Pflasterfläche gründlich gereinigt. Bei ungebundener Bauweise werden überschüssiger Fugensand und Splitt abgekehrt. Bei gebundener Bauweise werden Mörtelreste nach dem Ansteifen mit Schwammbrett oder Schwammputzmaschine entfernt. Eine saubere Reinigung verhindert dauerhafte Rückstände und sorgt für ein einwandfreies Erscheinungsbild der fertigen Pflasterfläche.
Frost- und Tausalzbeständigkeit für langlebige Pflasterflächen
Frost- und Tausalzbeständigkeit ist ein wichtiger Faktor für die Langlebigkeit von Pflasterflächen. Eindringendes Wasser bzw. Staunässe kann bei Frost gefrieren und zu Ausbrüchen führen. Tausalze erhöhen die Belastung zusätzlich. Deshalb sollten bei dauerhaft beanspruchten Flächen frost- und tausalzbeständige Fugenmaterialien sowie ein fachgerecht entwässerter Pflasteraufbau eingesetzt werden, damit die Oberfläche auch nach vielen Wintern stabil und ansprechend bleibt.
Fazit und Zusammenfassung
Das Verlegen von Pflastersteinen im Garten beginnt mit der Wahl der passenden Bauweise: ungebunden oder gebunden. Die ungebundene Bauweise ist die am häufigsten eingesetzte Lösung, da sie flexibel, wirtschaftlich und nach der Verlegung sofort begeh- und befahrbar ist. Die gebundene Bauweise überzeugt hingegen durch hohe Belastbarkeit, dauerhafte Fugen und eine reduzierte Unkrautbildung.
Für ein dauerhaftes Ergebnis ist ein fachgerechter Unterbau mit ausreichend Verdichtung, frostsicherem Aufbau und einem Gefälle von mindestens 2 % entscheidend. Anschließend werden die Pflastersteine je nach Bauweise in Splitt oder Mörtel verlegt, verfugt und die Fläche gereinigt.
Wer Pflastersteine richtig verlegen möchte, sollte die Anforderungen an Nutzung, Belastung und Optik bereits bei der Planung berücksichtigen. Mit dem passenden Aufbau und den geeigneten Materialien entsteht eine langlebige, optisch ansprechende und funktionale Pflasterfläche für Wege, Terrassen oder Einfahrten.
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FAQ
Wie tief muss man für eine Pflasterung graben?
Für einen Gehweg sollte man mindestens 30 bis 35 cm tief graben. Für Wege, die von Fahrzeugen befahren werden, empfehlen sich 40 bis 60 cm.
Wie baut man eine Pflasterung richtig auf?
Hier unterscheidet man zwischen der gebundenen und der ungebundenen Bauweise. Zusätzlich gibt es noch die gemischte Bauweise. Die ungebundene Bauweise wird am öftesten gewählt.
Kann man Pflastersteine auf ein Bett aus Splitt legen?
Ja. Aber danach muss man die Fugen mit Fugensand verfüllen. Dann wird der Fugensand mit Wasser benetzt.
Wie verarbeitet man Fugensand richtig?
Den Fugensand im trockenen Zustand mit einem feinen Besen in die Fugen einkehren. Mit einer Rüttelplatte die Steine einmal längs und einmal quer abrütteln. Anschließend die Fugen nochmals gründlich mit Fugensand verfüllen und das überschüssige Material besenrein abkehren. Danach die Fläche vorsichtig wässern/reinigen. Nach 1-2 Tagen die Fugen nochmals nachbefeuchten.
Womit pflastert man eine Einfahrt?
Klinker, Beton, Naturstein: Zum Pflastern kommen unterschiedliche Materialien infrage. Für die meisten Einfahrten wird man jedoch Pflastersteine aus Beton oder Naturstein verlegen – das sind einfach die robustesten und sie lassen sich am besten verlegen.
Womit pflastert man einen Gartenweg?
Auch hier stehen Ihnen eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten zur Verfügung. Für die Pflasterung des Gartenweges eignen sich Beton- oder Natursteine. Am günstigsten ist dabei Betonstein.
Kann man eine Pflasterung befahren?
Eine befahrbare Pflasterung stellt höhere Ansprüche an den Untergrund als eine Terrasse oder ein gepflasterter Gartenweg. Man braucht also einen tragfähigen Unterbau. Für eine privat genutzte Einfahrt eignet sich die Pflasterung in ungebundener Bauweise.
Was ist eine Cottage Pflasterung?
Die Pflasterung wirkt romantisch, rustikal und verspielt. Die Pflasterwege im Garten sind geschwungen.
Welche Stile gibt es beim Pflastern?
Stile gibt es viele – von geradlinig, minimalistisch bis kreativ und verspielt. Wichtig ist, dass die Pflasterung zum Stil des Hauses passt. Denn im Garten setzt sich „Wohnen“ fort.
Wie stark muss die Tragschicht beim Pflastern sein?
Die Stärke hängt von zwei Dingen ab: erstens von der gewünschten Belastbarkeit (Garageneinfahrt) und zweitens von der Beschaffenheit des Untergrunds. Faustregel: 10 cm für begangene Flächen, bei mit PKW befahrenen Flächen mindestens 15 cm dick.
Muss die Tragschicht beim Pflastern frostsicher sein?
Frostsicheres Schüttgut ist wichtig, also soll man keine bindigen Bodenarten wie Lehm, Schluff und Löß verwenden. Gefriert der Boden, dehnen sich Eiskristalle aus. Taut es, kann der Belag absacken. Frostsicher sind nicht bindige, gröbere Gesteinskörnungen. Dank ihrer Poren kann sich gefrorenes Wasser ausdehnen und auftauen, ohne dass sich das negativ auf die Tragfähigkeit auswirkt.